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veröffentlicht 2025-04-14

Drei metaphorische Schichten des Gehirns

l-you avatarGanz Du

Achtung! Dies sind KEINE buchstäblichen Schichten des Gehirns.

Beginnen wir damit, die Makroorganisation des Gehirns zu betrachten. Dazu verwenden wir ein in den 1960er-Jahren vom Neurowissenschaftler Paul MacLean vorgeschlagenes Modell. Sein Modell des „dreieinigen Gehirns“ beschreibt das Gehirn als in drei funktionale Bereiche gegliedert:

Unser Gehirn ist also in drei funktionale Blöcke unterteilt, mit den üblichen Vor- und Nachteilen, die jede Kategorisierung eines Kontinuums mit sich bringt. Der größte Nachteil ist seine übermäßige Vereinfachung. - Ebene 1: Die uralte Komponente des Gehirns — sein Fundament —, die bei verschiedenen Arten vorkommt. - Ebene 2: Ein Bereich, der später entstand und sich bei Säugetieren entwickelte. - Ebene 3: Der Neokortex, der sich relativ kürzlich entwickelt hat und an der Oberfläche des Gehirns liegt.

  • Anatomisch gibt es zwischen diesen drei Ebenen erhebliche Überschneidungen (zum Beispiel könnte ein Teil des Kortex als Teil von Ebene 2 gelten — mehr dazu später).
  • Der Fluss von Informationen und Befehlen verläuft nicht nur von oben nach unten, von Ebene 3 zu 2 und 1. Ein merkwürdiges und interessantes Beispiel, das wir in Kapitel 15 betrachten werden: Hält eine Person ein kaltes Getränk (Temperatur verarbeitet von Ebene 1), ist sie eher geneigt, eine neue Bekanntschaft, die auf sie zugeht, als eine “kalte” Person wahrzunehmen (Ebene 3).
  • Die automatischen Aspekte des Verhaltens (vereinfacht gesagt — der Bereich von Ebene 1), Emotionen (Ebene 2) und Denken (Ebene 3) sind untrennbar.
  • Das dreieinige Modell erweckt den irreführenden Eindruck, die Evolution habe einfach eine Ebene auf die andere gestapelt, ohne die bereits vorhandenen zu verändern.

Trotz all seiner Schwächen — die MacLean selbst eingeräumt hat — wird uns dieses Modell als nützliche ordnende Metapher dienen.